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Hyperhydrosis Axillaris – Pathologisches Schwitzen der Achselhöhlen, Nassschwitzen

Schwitzen ist gesund und dient vor allem der Regulation der Körpertemperatur. Übermässiges oder pathologisches Schwitzen betrifft etwa 1% der Bevölkerung ist aber leider nach wie vor ein Tabu-Thema.

Übermässiges Schwitzen in den Achselhöhlen mit Ausbildung von handtellergrossen, nassen Schwitzflecken in der Kleidung werden von Betroffenen äusserst störend und peinlich empfunden. Die Achselhöhlen triefen vor Nässe, hässliche, unappetitliche Salzränder können sich bilden. Schweissausbrüche können so ausgeprägt auftreten, dass der Schweiss regelrecht am Körper hinunter rinnt. Meist wird nur noch weisse oder schwarze Kleidung getragen, da somit die Flecken nicht gar so deutlich in Erscheinung treten. Betroffene trauen sich nicht mehr sich frei zu bewegen und ändern sogar oft ihr übliches soziales Verhalten womit das Problem eigentlich im Sinne der Krankheitsdefinition der WHO einen Krankheitswert erhält.

Schweissdrüsen:

sind sogenannte Hautanhangsgebilde. Man unterscheidet 2 Arten davon. Die Steuerung dieser Drüsen unterliegt dem autonomen Nervensystem; Sympathikus regt an, Parasympathikus beruhigt.

Ekkrine Schweissdrüsen:

verantwortlich für das Nassschwitzen. Sie sitzen in der gesamten Haut, besonders dicht an Handinnenfläche, Fusssohle, Achselhöhle und Gesicht. Zellmembranen der Drüsen platzen und das wässrige Sekret tritt als Schweiss aus, besteht zu 99% aus Wasser das auf der Haut durch die Körperwärme verdunstet wodurch der Körper gekühlt wird.

Apokrine Schweissdrüsen:

münden mit ihren Ausführgängen in den Haarkanälen. Sie sind eine Art Duftdrüsen unseres Körpers. Durch ihr Sekret entsteht der individuelle Duft des Menschen. Erst die Zersetzung dieses Sekretes an der Hautoberfläche durch saprophytäre Hautoberflächenbakterien und –pilze entsteht der Geruch. Sie sitzen hauptsächlich in den Achselhöhlen, im Genitalbereich, an den Brustwarzen und in der behaarten Kopfhaut.

Therapieoptionen

wie Deo / Aluminuimsalze flüssig oder Crèmes als konservative Therapie-versuche werden hier nicht explizit abgehandelt.

Behandlung mekikamentös mittels Injektion von Botulinumtoxin:

Mittels Injektion von Botulinum-Toxin-A wird die Schweissdrüseninnervation blockiert. Der Effekt ist allerdings reversibel, hält etwa für 4 – 6 Monate an. Dann sprossen neue Übertagungsenden aus und die Schweissdrüsen nehmen ihre Funktion wieder auf wie vor der Botox-Behandlung.

Diese Behandlung kostest aufgrund des hohen Wirkstoffpreises zwischen 600.- bis 800.- CHF und ist keine obligatorische Krankenkassenleistung!

Schweissdrüsen-Curettage:

Dies ist eine sogenannt minimalinvasive Operationsmethode zur Entfernung und Denervation der Schweissdrüsen. Dieser Eingriff erfolgt ambulant im Praxis–OP in lokaler Anästhesie über einen maximal 1 cm langen Zugang. Das Resultat ist im Gegensatz zur Botoxtherapie anhaltend. Eine absolute Trockenheit kann allerdings mit keiner Methode erreicht werden, da immer einige Drüsen intakt bleiben. Um kein Absterben (Nekrose durch ungenügende Durchblutung) der Haut durch zu starkes Curettieren zu riskieren, kann es vorkommen, dass gewisse umschriebene Areale nach Lokalisation ein zweites Mal angegangen werden müssen. Als Nebeneffekt der Curettage können Areale der Achselhöhle keinen oder einen verminderten Haarwuchs aufweisen.

Minor’scher Schwitz-Test:

zur Lokalisierung betroffener hyperhydrotischer Areale

Auftragen von Jod-Lösung

Auftragen von Jod-Lösung

Stärkepulver darüber

Stärkepulver darüber

Violette Anfärbung des Jods durch den Schweiss

Violette Anfärbung des Jods durch den Schweiss

Postoperativ wird ein komprimierender Verband angelegt bis zum andern Morgen. Extreme Aktivitäten (Sport) sollten für 7 – 10 Tage ausgesetzt werden. Am 7. Tag werden die Fäden gezogen.

Auch die operative Therapie mit Auscurettieren ist keine Kassenpflichtige Leistung – muss somit vom Patienten selber übernommen werden. Die initiale Behandlung kostet pauschal mit Vorbesprechung/Untersuchung und Nachkontrolle mit Fadenentfernung Fr. 1’000. –. Eine allfällig notwendige Nachcurettierung wegen zu geringer Schweissreduktion nach dem Ersteingriff wird mit Fr. 400.- belastet.

Der Betrag ist bei der Operation bar zu entrichten.

Haben Sie Fragen? Zögern Sie nicht uns anzusprechen oder vereinbaren Sie einen Termin.