Vasektomie

Vasektomie – Sterilisation beim Mann

Schema Vasektomie

Schema Vasektomie

Definition und Fakten

Dieser Eingriff wird in der Umgangssprache auch Unterbindung beim Mann genannt. Das heisst die paarig angelegten Samenleiter werden unterbunden, bzw. auf jeder Seite wird ein ca. 2 cm langes Stück entnommen und die Enden ligiert (d.h. abgebunden). So können keine in den Hoden produzierten Samenzellen (Spermien) mehr bei einem Samenerguss zu einer Befruchtung einer Eizelle führen.

Die Partnerin kann nach gesicherter Aspermie (Fehlen von Samenzellen im Ejakulat (= Ergussflüssigkeit) auf bisherige angewandte Verhütungsmethoden verzichten. Der Mann ist steril, also fortpflanzungsunfähig. Es ist ganz wichtig Fortpflanungsunfähigkeit nicht mit dem Begriff Impotenz zu verwechseln; denn diese Operation tangiert weder Potenz noch Libido.

Der Hormonhaushalt wird überhaupt nicht verändert, da die Hormone im Hoden gebildet und über die Blutwege in der Kreislauf gelangen. Also führt der Eingriff auch nicht zu Stimmlagenveränderungen (dies geschieht im Rahmen einer Kastration, d.h. Entfernen der Hoden im Adoleszentenalter bevor der Kehlkopf durch Testosteron stimuliert grösser geworden ist).

Ein weiteres „Stammtisch-Märchen“ trifft ebenfalls nicht zu. „Es komme dann nur noch Luft bei einem Orgasmus mit Samenerguss“. Es kommen keine Spermien mehr, aber die Ergussmenge ist unverändert etwa 3 – 5 ml wie zuvor. Der Anteil der Samenzellen ist nämlich nicht volumenentscheidend sondern verschwindend klein. Die sog. Samenflüssigkeit setzt sich hauptsächlich aus Sekreten aus der Prostata und den Samenbläschen zusammen und dient vor allem der Ernährung der Spermien auf ihrer „Wanderung“ in die weibliche Gebärmutter.

Voraussetzung für diesen Eingriff

Ist eine abgeschlossene Familienplanung, da der Eingriff in der Regel als definitive Lösung zu betrachten ist. Vor dem 30. Altersjahr kann diese Operation nur bedingt empfohlen werden, dies umso mehr, wenn bisher nur ein Kind oder gar keine Kinder vorhanden sind.

Zwar kann, rein technisch gesehen mittels aufwendiger Mikrochirurgie eine Wiedervereinigung der Samenleiterenden vorgenommen werden. Diese garantiert aber nicht für eine Wiedererlang-ung der Fruchtbarkeit, da mit Autoantikörpern gegen die eigenen Spermien zu rechnen ist. Die Erfolgsaussichten sind umso geringer, je länger die Unterbindung zurück liegt; die Chancen stehen gem. Angaben in der Literatur zwischen 30 – 50 %. Bevor die Operation vorgenommen wird muss eine unterzeichnete Einverständniserklärung vorliegen.

Der Eingriff

Wird in Lokalanästhesie, ambulant im Praxis-OP vorgenommen. Auf beiden Seiten wird ein Depot des Betäubungsmittels in die Haut gespritzt und über einen kurzen Schnitt ein Stück des Samenleiters entfernt. Die Hautnähte lösen sich nach 7 – 10 Tagen von selbst auf.

Nach dem Eingriff

Sport und stärkere körperliche Aktivitäten sollten möglichst vermieden werden über einen Zeitraum von 10 – 14 Tagen. Duschen ist nach 1-2 Tagen wieder erlaubt. Bevor auf die bisher angewandte Verhütungsmethode aber verzichtet werden kann muss unbedingt ein sog. Spermiogramm ohne Nachweis von Spermien vorliegen. Dies ist so etwa nach 30 – 40 Ejakulationen nach der OP der Fall. Für diesen Untersuchung erhalten Sie das Versandmaterial von uns. Nachdem das Resultat von der Untersuchung bei uns eingetroffen ist, erhalten Sie von uns telefonisch Bescheid ob keine Spermien mehr nachweisbar waren und somit eine Zeugungsunfähigkeit vorliegt. Diese Untersuchung kostet ca. Fr. 70.— bis Fr.80.- . Ebenso werden die entnommenen Samenleiterstücke zur histologischen Untersuchung eingesandt, auch diese Kosten von ca Fr. 110.- werden Ihnen vom Labor separat in Rechnung gestellt, sind also nicht Teil der Eingriffspauschale.

Kosten des Eingriffes

Der Eingriff wird in der Regel nicht von der Kasse übernommen. Die Kosten betragen pauschal Fr. 700.— und sind nach dem Eingriff in der Praxis bar zu entrichten. In der Pauschale inbegriffen sind das aufklärende ärztliche Gespräch vor der OP, der Eingriff selbst, sowie eine Nachkontrolle.

Mögliche Komplikationen

Wie bei jedem Eingriff gilt auch hier, eine Komplikation kann nie zu 100% ausgeschlossen werden, sind aber bei diesem Eingriff sehr selten. Darunter gehören Hämatome, kleine Wundinfekte oder Wundheilungsstörungen.

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Dr. med. Alexander Zehntner
Facharzt FMH für Chirurgie