Operationen

Gallenblasenleiden

Gallensteinleiden – Cholecystolithiasis

Was ist Galle und wie entstehen Gallensteine?

Die Galle ist eine Flüssigkeit, die in der Leber produziert wird und via Gallengang in den Zwölfingerdarm gelangt. Sie dient zur Fettverdauung. Bei Nüchternheit wird die Galle in der Gallenblase gespeichert und eingedickt.

Ein Missverhältnis in ihrer Zusammensetzung kann zu Kristallbildung führen. Daraus entwickeln sich unterschiedlich grosse Gallensteine.

Sind Gallensteine häufig?

Ja – Steine kommen bei 5 – 10 % der Bevölkerung mittleren Alters; in 20 – 40 % bei Personen über 50 Jahren und bei über 70-jährigen in ca. 70 % vor! Frauen sind dreimal häufiger betroffen.

Warum sollen Gallensteine behandelt werden?

Nicht alle Steine verursachen Beschwerden, die meisten sind klinisch stumm. Bei zufälliger Entdeckung ohne Beschwerden sind Gallensteine nicht therapiebedürftig.
 Von Bedeutung sind die Komplikationen, die durch Gallensteine entstehen können.

Es kommt auch vor, dass keine Steine vorhanden sind, in der Gallenblase aber eingedickte Galle als sogenannter Schlick vorliegt, welcher durch vorübergehende Verlegung der Abflusswege für die wiederkehrenden Schmerzen verantwortlich ist.

Sind Beschwerden aufgrund von Steinen oder Schlick vorhanden, ist die Operation zu empfehlen und idealerweise als geplanter Eingriff vorzunehmen!

Wie äussern sich gallensteinbedingte Beschwerden?

Klassischerweise durch Koliken im rechten Oberbauch, möglicherweise mit Schmerzausstrahlung in der Rücken und in die rechte Schulter, bevorzugt nach schwereren, eher fetthaltigen Mahlzeiten.

Falls ein kleiner Stein aus der Gallenblase in die ableitenden Gallengänge gelangt, kann er zu einem Gallerückstau führen und im ungünstigen Fall auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit verursachen.

Das Weiss der Augen kann sich durch erhöhten Gehalt an Gallefarbstoff im Blut gelb verfärben, ebenso die Haut, wenn dieser Zustand lange genug andauert. Die Dehnung von Gallenblase und Gallengängen führt zu den typischen Schmerzen.

Mögliche Komplikationen des Steinleidens
  • Akute und chronische Entzündungen der Gallenblase (Cholecystitis) in allen Varianten
  • Bei Entzündung möglicher Durchbruch (Perforation) frei oder gedeckt in die Bauchhöhle mit Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder Perforation in benachbarte Darmstrukturen
  • Begleitentzündung der Bauchspeicheldrüse (biliäre Pankreatitis)
  • Entzündungen der Gallengänge (Cholangitis) 
Gallenblasenkarzinom (in ca 2 % d. Fälle)
Wie wird die Diagnose gestellt?

Ärztliche Befragung und Untersuchung sowie bestimmte Blutwerte ergeben die Verdachtsdiagnose. Mit einer Ultraschalluntersuchung wird die Diagnose gesichert.

Bei sicherer oder möglicher Steinlage auch ausserhalb der Gallenblase im ableitenden Hauptgallengang kann eine ERCP (= vergleichbare Untersuchung wie die Magenspiegelung mit zusätzlicher Darstellung und Entfernung von Steinen im Hauptgallengang) vor einer Operation nötig werden.

Diese Untersuchung ersetzt aber die nachzufolgende Operation (Entfernung der Gallenblase) nicht.

Gallenblasen-Operation – was muss man sich dabei vorstellen?

Die Operation erfolgt in Vollnarkose, verbunden mit einem stationären Klinikaufenthalt von 3 – 4 Tagen.
 Der Eingriff wird laparoskopisch, d.h. mittels Bauchspiegelungsmethode, (sog. Schlüsselloch-Chirurgie oder minimal invasiver Chirurgie) durchgeführt.

Es gibt 3 – 4 kleine Zugänge zum Bauchraum für die Videokamera und die Arbeitsinstrumente. Gallenblase inklusive Gallensteine werden bei der Operation entfernt. 
Der Eingriff kann bei nicht akut entzündlich veränderten Verhältnissen in 95 – 99 % der Fälle vorgenommen werden.

Ganz selten ist ein Umsteigen auf die herkömmliche offene Technik mit Bauchschnitt nötig.

Bilder Zugänge Lösen von Verwachsungen Gallenblasengang u. Arterie Klippen u. Durchtrennen Auslösen vom Leberbett Bergen via Trokart

Was ist nach der Operation zu beachten?

Es braucht keine spezielle Diät, Sie können alles essen, auch Speisen, die Ihnen vor der Operation
 Koliken verursacht haben. Zu vermeiden sind körperliche Extrembelastungen für ca. 4 – 6 Wochen bis zum Abschluss der Wundheilung.

Haben Sie weitere Fragen? 
Nach einer ärztlichen Befragung und Untersuchung gebe ich Ihnen sehr gerne weitere Informationen.

Dr. med. Alexander Zehntner
Facharzt FMH für Chirurgie

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