Operationen

Schilddrüse

Schilddrüsenkrankenheiten/Schilddrüsen-Chirurgie

Anatomie und Funktion

Die Schilddrüse (Thyreoidea) ist ein schmetterlingsförmiges endokrines (=hormonbildendes) Organ unterhalb des Kehlkopfes. Sie produziert die lebensnotwendigen Schilddrüsenhormone. Zur Bildung dieser Hormone ist eine ausreichende Jodaufnahme mit der Nahrung nötig, was in der Schweiz seit der schon 1922 eingeführten Kochsalzjodierung gewährleistet ist.

Hinter der Schilddrüse liegen beidseitig die paarig angelegten Nebenschilddrüsen. Sie produzieren das Parathormon, welches eine wichtige Rolle im Kalziumstoffwechsel einnimmt. Eine weitere wichtige Struktur in der Nachbarschaft sind die Stimmbandnerven beidseits (Nervus laryngeus recurrens). Sie innervieren die Kehlkopfmuskeln und ermöglichen so eine normale Stimmlippenfunktion.

Krankheiten der Schilddrüse
  1. Veränderungen des Aussehens: gleichmässige oder knotig/zystische Vergrösserung (=Struma/Kropf)
  2. Störungen der Hormonproduktion: Unter- (=Hypothyreose) oder Überfunktion (=Hyperthyreose)
  3. gutartige (=Adenome) und bösartige (=Karzinome) Knotenbildung
  4. Entzündungen
  5. Autoimmunerkrankung: Beim Morbus Basedow stimulieren Autoantikörper die Schilddrüse fälschlicherweise, ohne Regelkreisen zu unterliegen.

In der Folge vergrössert sich das Organ meist diffus und produziert Hormone im Übermass.

Symptome / Beschwerden

Die Organvergrösserung (Struma) kann zur Zunahme des Halsumfanges, Druckempfindung, Engegefühl im Halsbereich, Schluckbeschwerden und zu Heiserkeit bei Irritation/Druck auf die Stimmbandnerven führen.

Eine hormonelle Überfunktion kann sich durch gesteigerte Stoffwechselfunktionen im Körper an allen Organsystemen äussern mit: Gewichtsverlust, Herzrhythmusstörungen, Nervosität, gesteigerter Reizbarkeit, vermehrtem Schwitzen, feuchter Haut.

Bei Unterfunktion funktionieren alle Organsysteme «auf Sparflamme» mit entsprechend gegenteiligen Symptomen.

Abklärungen

Ärztliche Patientenbefragung, körperliche Untersuchung, Blutuntersuchung, Ultraschalluntersuchung, eventuell Feinnadelpunktion zur zytologisch-mikroskopischen Untersuchung und Diagnosestellung.

Selten werden heute noch Szintigraphien (nuklearmedizinische Untersuchung, also mittels radioaktiv markierten Stoffen) benötigt.

Behandlungsmöglichkeiten

    Medikamentös:
    Es gibt Medikamente, mit denen die hormonelle Überfunktion gebremst werden kann. Bei Unterfunktion oder nach Operation mit nachfolgendem Hormondefizit wird eine lebenslange Ersatztherapie mit Schilddrüsenhormontabletten durchgeführt. Die Schilddrüsenvergrösserung kann aber medikamentös nicht beeinflusst werden.

    Nuklearmedizinische Therapie:
    Radioaktiv markiertes Jod wird verabreicht und lagert sich in aktiven Schilddrüsenzellen ein. In Arealen autonomer Überproduktion wird es dort angereichert und zerstört so diese Knoten. Die Strahlenbelastung für den übrigen Körper ist vernachlässigbar, da die Strahlung nur örtlich über wenige Millimeter weit reicht.

    Chirurgische Therapie/Operation:
    Sie hat zum Ziel, krankhaft verändertes Gewebe oder hormonell überaktive Areale zu entfernen. Bei mechanischen Problemen aufgrund eines Kropfes, bei zweifelhaften und bösartigen Veränderungen ist die Operation die einzig vernünftige Therapiemöglichkeit.

    Verschiedene Schilddrüsenoperationsverfahren

    Das Ausmass der Gewebeentfernung richtet sich in erster Linie nach der Art der Erkrankung: Bei Karzinomen muss immer eine totale Schilddrüsenentfernung mit Entfernung der entsprechenden Lymphknoten vorgenommen werden. Danach ist in jedem Fall eine lebenslange Hormoneinnahme in Tablettenform nötig. Im Anschluss an die Operation muss mit einer sog. Radiojod-Eliminationstherapie verstreutes oder bereits in Form von Ablegern vorhandenes jodspeicherndes Schilddrüsengewebe/-zellen zerstört werden.

    Besonderheiten/Risiken während der Operation

    Um den Stimmbandnerven zu schonen wird dieser aufgesucht und dargestellt. Beim Neuromonitoring wird der Nerv mittels einer speziellen Sonde elektrisch gereizt und reagiert sowohl akustisch wie mit einer registrierbaren Ableitungskurve. So gelingt es auch bei voroperierten narbigen schwierigen Verhältnissen den Nerven zu lokalisieren.

    Bei Ersteingriffen an der Schilddrüse liegt die Häufigkeit von Stimmnervenschäden bei 3%, bei Rezidiveingriffen bei 3 – 5%. Eine vorübergehende Heiserkeit durch Irritation oder Druck durch den Beatmungsschlauch während der Operation ist nicht so selten, erholt sich aber innert Wochen.

    Eine Tetanie wegen Kalziummangels infolge Unterfunktion der Nebenschilddrüsen tritt in weniger als 1% bei totalen Schilddrüsenresektionen auf.

    Haben Sie Fragen oder Probleme mit der Schilddrüse? Ich berate Sie gerne.

    Dr. med. Alexander Zehntner
    Facharzt FMH für Chirurgie

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